neuer M.O.B.I.L.I.S.-Kurs in Köln startet voraussichtlich im Mai 2012

Bei MOBILIS geht es um vernünftiges und gesundes Abnehmen unter professioneller Begleitung. Jede Gruppe wird für ein Jahr von hierfür speziell fortgebildeten Sportlehrern, Ärzten, Ernährungswissenschaftlern und Psychologen in einem interdisziplinären Team betreut. Meine Begleitung erstreckt sich hierbei auf das Planen und Durchführen von Verhaltensänderungen in den Bereichen Bewegung und Ernährung. Es geht um Stressmanagement, Motivation, Unterstützung und Sabotage, Umgang mit Barrieren und um vieles mehr. Als Beispiel gibt´s hier mal einen Auszug aus einer E-Mail zwischen zwei von 17 Gruppensitzungen, die zwischendurch immer mal wieder an das eigene Gesundheitsprojekt erinnern helfen: Liebe MOBILISTEN, der (Arbeits-)Alltag hat mich wieder. Heute melde ich mich ausführlich bei Euch, nachdem (...) Inhaltlich möchte ich, da viele nicht dabei waren, noch kurz zusammenfassen, um was es in der Gruppensitzung ging. Zunächst möchte ich Euch aber noch bitten, Eure Rollen zu reflektieren: Wer seid Ihr? Für wen seid Ihr da? Wie nehmt Ihr diese gewählte Verantwortung wahr? Dazu benutzt ein geschätzter Kollege eine starke Metapher: "Achten Sie mal bei Ihrem nächsten Flug auf die Anweisungen für den Notfall in der Flugzeugkabine. Insbesondere, wie Sie mit der Sauerstoffmaske umgehen sollen: Ziehen Sie zuerst sich selbst die Maske heran, legen Sie sie auf Mund und Nase und ziehen Sie dann den Gummi über den Kopf. Zuerst sich selbst! Und dann, erst dann helfen Sie dem Kind neben sich! Denn wenn Sie zuerst dem Kind helfen, geht Ihnen die Luft aus und dann sind am Ende womöglich beide tot. Darum: Hören Sie auf, die Welt verbessern zu wollen! Das Individuum kommt vor dem Kollektiv! Zuerst sollten wir leben, wofür wir bestimmt sind, wofür wir gewollt wurden. Ja, wirklich. Das ist nicht mal egoistisch. Nennen wir diesen neuen Individualismus einen sozialen Individualismus, denn er dient letztlich auch den anderen. Nur der kann sozial sein, der auch sein eigenes Leben lebt. Alles andere ist Idealismus, und der ist tödlich. Im Fall des Fluges ist das sogar wörtlich zu verstehen. Was mag Ihre Sauerstoffmaske im übertragenen Sinne sein?" (nach H. Scherer) Weiter geht es mit der letzten Gruppensitzung. Wir haben nochmal wiederholt, welche Möglichkeiten es für den Umgang mit Barrieren gibt. Barrierenmanagement klingt so technisch, ist aber immer wieder individuell. Und es ist auch nicht statisch, sondern muss immer wieder neu überdacht und angepasst werden. Beispiele für den Umgang mit Barrieren im Bereich der Ernährung (links) und im Bereich der Bewegung (rechts): kein Schwarz-Weiß-Denken Starthilfe Gedankenstopp soziales Einbinden Stimmungsregulation Prioritäten setzen Nachmotivieren Auch hier: Nachmotivieren Wisst Ihr noch, was hinter den Begriffen steckt? Wer nur in Schwarz und Weiß denkt, für den gibt es nur richtig oder falsch. Und wenn ich mal „gesündigt“ habe, dann kann schnell das Gefühl hochkommen „Jetzt ist es ohnehin egal!“. Wir sind aber keine Roboter, sondern lebendige Wesen die sich mühen, das eigene Verhalten ein wenig besser zu steuern. Das ist schwer, aber machbar. Das ist zu schaffen. Aber nicht einfach so! Ich bin überzeugt, dass ein schlechtes Gewissen weniger hilfreich ist, als der Ehrgeiz, den kleinen Schweinehund erstens wahrzunehmen und zweitens immer wieder und immer öfter zu überlisten. Wir haben uns später auch mit dem Thema Belohnung beschäftigt. In der Theorie ist eine Belohnung das, was die Auftretenswahrscheinlichkeit einer Handlung vergrößert. Aber was macht eine Belohnung aus? Was kann für jeden Einzelnen eine Belohnung sein? Eine wichtige Erkenntnis war, dass eine Belohnung passen muss. Der Köder muss ja auch dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Noch wichtiger ist, dass eine Belohnung dann gut „wirkt“, wenn sie zeitlich nah erfolgt. Wie soll mein Gehirn sonst wissen, dass die Belohnung für ein bestimmtes Verhalten gedacht war, zum Beispiel für mein erfolgreiches Durchhalten beim Training? Belohnt euch also direkt für „richtiges“ Verhalten. Und auch für kleine Dinge und kleine Erfolge, nicht erst für 15kg Gewichtsabnahme. Ich möchte das Verhalten auf dem Weg dahin belohnt und verstärkt sehen. Erfolg ist eine große Belohnung und motiviert ungemein. Und Lob für das, was schon gut läuft und das was schon geschafft ist. Im Übrigen gilt, auch wenn es vielen –mich eingeschlossen- sehr schwer fällt: „Eigenlob stimmt!“ Denn ich kann mich nicht immer darauf verlassen, dass andere meine Leistung erkennen und loben. Ohnehin bin ich der beste Fachmann für MEINE Leistungen. Eine HAUSAUFGABE für alle: Überlegt Euch ganz genau, für was Ihr Euch wie belohnen wollt und könnt. Das muss nichts großes sein. Für das Gehirn ein Hinweis „Gut gemacht. Das lohnt sich. Weiter so.“ Und die eigentliche Hausaufgabe ist dann natürlich dies auch umzusetzen. Das ist einerseits vielleicht in manchen Augen albern und banal – andererseits aber auch entscheidend wichtig für den Erfolg. Den Bereich der Motivation haben wir uns auch noch mal angesehen. Wisst Ihr noch Euren „Sinn der Motivation“ aus der allerersten Gruppensitzung? Und was macht Motivation aus? Erfahrungsgemäß geht vielen spätestens zur Mitte des Programmes der (Anfangs-)Schwung aus. Motivation ist nichts, was da ist oder nicht. Motivation entsteht immer wieder neu und Motivation brauchen wir für alle Veränderungsprozesse, da wir von der Natur mit einer Beharrungstendenz ausgestattet wurden. Eine erste Begeisterung kann uns auf den Weg bringen. Zum Dranbleiben gehört aber mehr. Zwei Aspekte machen die Motivation aus: Das Gefühl, das es sich lohnt. Mit anderen Worten: eine positive Kosten-Nutzen-Bilanz. Und zweitens das Gefühl das ich es kann. Auf „psychologisch“: eine Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Es ist naiv zu glauben, dass alle Verhaltensweisen immer nur angenehm und schön sind. Auch das Laufen und Walken nicht, von dem wir immer so vorschwärmen. Das hat viele gute Seiten, aber natürlich auch „Kosten“: die Zeit, auch mal Schmerzen und Wehwehchen, Kosten sind auch alle anderen Dinge, die ich in der Zeit nicht machen kann. Im Alltag wird klar, dass ich für alles einen Preis zu zahlen habe. Ein spanisches Sprichwort bringt es auf den Punkt: „Tu was Du willst und zahle den Preis dafür!“ Motivation entsteht genau dann immer neu, wenn die Bilanz von Kosten und Nutzen positiv ist. Prüft doch bitte mal ehrlich wie es um die eigene Bilanz bestellt ist. Auf der Habenseite die langfristigen Gesundheitsziele, die Ihr nicht erst seit der zweiten Gruppensitzung im Kopf habt und auf der anderen Seite die „Kosten“. Jetzt aber noch auf die Habenseite die kurzfristigen und alltäglichen Gewinne von bewegtem Leben und guter Ernährung: für die Ernährung hatten wir folgendes gefunden: • weniger Blutzuckerschwankungen • weniger Müdigkeit • weniger Heißhunger • weniger Völlegefühl • mehr Konzentration Für die Bewegung: • tieferer Schlaf • mehr Wachheit • besserer Umgang mit Stress • angenehme Erschöpfung • gutes Gefühl in der Gruppe Und das war nicht alles. Hier zählt auch jede Kleinigkeit! Wenn Ihr jetzt auf die Bilanz schaut, wie fällt die aus? Das könnt Ihr übrigens auch im Manual machen auf der Seite 89. Wenn die Kosten den Nutzen gefühlt übersteigt, dann ist die Wahrnehmung zu sehr auf die Kosten fixiert und die Motivation steht auf wackligen Füßen. Dann heißt es „ich müsste eigentlich“ und „ich sollte XY“ und der Schweinehund lacht sich ins Fäustchen. Auch wenn Ihr das merkt: gebt Euch eine Chance, manche Nutzen spürt man erst nach längerer Zeit (Stressresistenz, bessere Kondition). Und denkt bitte so oft wie möglich an den Nutzen. Vergegenwärtigt Euch bitte immer wieder möglichst lebendig für Euch selbst oder mit anderen den Nutzen. Je intensiver Ihr ihn spürt, desto besser. Und die Gewichtung der einzelnen Kosten- und Nutzenpunkte spielt natürlich auch eine Rolle. Auch hier könnt Ihr ansetzen. Wenn der wahrgenommene Nutzen schon die Kosten übersteigt, dann ist die Motivation automatisch hoch und nährt sich selbst. Ihr seid auf dem richtigen Weg und habt gute Chancen, auch die vor Monaten formulierten Gesundheitsziele zu erreichen. Nutzt die Motivation dazu, die Pläne umzusetzen und die Ziele zu erreichen. Über die Selbstwirksamkeit werden wir in einer der nächsten Gruppensitzungen sprechen. Hier wird es um das Anfangen und das Dranbleiben gehen und das sich selbst etwas zutrauen. Erst steht aber mal die Gruppensitzung zur Zwischenbilanz an. Für die nächste Gruppensitzung möchte ich Euch bitten, das Gewichtsverlaufsprotokoll mitzubringen. Bis dahin viele Grüße. Bleibt erfolgreich gesund! Euer Stephan

Dazugehöriger Literaturtipp

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